Zur Zeit sind Ferien, und viele fahren zur Erholung irgendwohin, wo sie den Alltag für eine Weile vergessen können. Abschalten, nichts mehr denken, Energie laden. Etwas, was für mich unmöglich ist, ja sogar ein Graus. Dazu drängen sich in meinem Kopf viel zu viel Ideen, die mich fordern, sie zum Leben zu erwecken. Und das ist eine unheimlich befriedigende Aufgabe. Ich liebe es, der Kreativität freien Lauf zu lassen, sie bietet so viele Möglichkeiten. Alles ist vorstellbar!
Dieses Jahr verspricht mehr und mehr sehr aufregend zu werden. Während der zweite Teil von Anna Fink “Der Vogel der Welten” langsam Formen annimmt, entwickelt sich mein Bilderbuch “Lenas Insel” ebenfalls sehr vielversprechend. Angelegt war die Geschichte am Anfang auf 24 Seiten, doch nun wird das Buch 32 Seiten haben, was heißt, dass ich mich kreativ richtig austoben kann. Die Zusammenarbeit mit dem Verleger Kai Jerzö, der zum Glück gleich tickt wie ich, verspricht wirklich ein großes Vergnügen zu werden. Sprich: heftige Diskussionen, nach denen die Kreativität aufs Wesentliche runter geköchelt ist und quasi die Essenz übrig bleibt, reich an Geschmack und Genuss. Was mich noch zusätzlich freut, ist, dass das Buch auch auf Englisch erscheint.
Daneben arbeite ich weiter an meiner Adaption von “Das Wirtshaus im Spessart”, und das Tolle daran ist, dass ich während des Zeichnens völlig in die Geschichte eintauche, so als ob ich selber im Spessart wäre. Ich könnte dann jeweils stundenlang vor den Seiten sitzen und unbewegt auf meine Zeichnungen starren, umhüllt von der wohligen Aufregung, das Abenteuer könnte jeden Augenblick zu Ende sein. Das Schöne auch hier ist, dass es sich beim potenziellen Verleger - den ich hier noch nicht nennen möchte, da es noch viel zu früh ist - um einen unglaublich feinen Kerl handelt, der die Liebe zu klassischen Comics mit mir teilt. Das Wirtshaus wäre bei ihm also sehr gut aufgehoben.
Zu guter Letzt wird dieses Jahr der zweite Sammelband meiner wöchentlich erscheinenden Comicstrips “Nico & Mirek” fertig gestellt, der schon lange auf sich warten lässt, aber auch sicher deshalb sehr gut wird. Dieses Album wird aber nur ein kleines Publikum ansprechen, da es sich um Geschichten handelt, die einen direkten Bezug auf meine Heimatstadt Basel haben.
Viel zu tun, aber das Wunderbare ist, dass es alles meine eigenen Projekte sind, meine Kinder, und die pflegt man ganz besonders. Aber ich kann’s nicht lassen, denn mir schwebt bereits eine neue Kinderbuchreihe vor, zu der ich schon etliche Ideen gesammelt habe, und die ich nach der “Anna Fink”-Trilogie in Angriff nehmen werde. Es ist verrückt, ich bin Gefangener meiner Leidenschaft, Geschichten zu erzählen. Manchmal habe ich schon überlegt, was ich wohl tun würde, wenn ich die Möglichkeit nicht mehr hätte, dieser Leidenschaft nachzugehen. Und es ist schon seltsam, denn es ist das Einzige, was ich mir nicht vorstellen kann.